Wenn Du großen Wert auf Deine Privatsphäre legst und trotzdem am Fediverse teilnehmen möchtest, ist es erforderlich, dass Du Dir vor und während der Erstellung eines persönlichen Kanals konkrete Gedanken darüber machst, was Du von Dir preisgeben willst...
Wenn Du großen Wert auf Deine Privatsphäre legst und trotzdem am Fediverse teilnehmen möchtest, ist es erforderlich, dass Du Dir vor und während der Erstellung eines persönlichen Kanals konkrete Gedanken darüber machst, was Du von Dir preisgeben willst. Das ist bei jedem Fediverse-Dienst so.
Bei Hubzilla kommt aber ein anderer, wesentlicher Aspekt dazu. Du musst Dir nicht nur die Frage über das "Was?" stellen, sondern auch noch über das "Wem?" und das "Welche?".
Mit Hubzilla legst Du also nicht nur fest, was Du von Dir preisgibst, sondern auch, wem Du es erlaubst, die Informationen und Inhalte zu sehen. Und wem Du welche Interaktion erlaubst.
Der Vorteil ist, dass Du nicht auf einen "Regelsatz" angewiesen bist, sondern verschiedene Regeln für verschiedene Anwendungszwecke und verschiedenen Kontakte festlegen kannst.
Ein typischer Anwendungsfall wäre, dass Du am Fediverse ganz normal so teilnehmen möchtest, wie man es von anderen Sozialen Netzwerken kennt.
Beim Erstellen eines Kanals musst Du die erste relevante Entscheidung treffen:
die Kanalrolle.
Hier hast Du die Wahl zwischen "Öffentlich", "Persönlich", "Community Forum" und "Benutzerdefiniert".
Abgesehen vom "Community Forum", das für andere Anwendungszwecke gedacht ist, hast Du also die Wahl zwischen drei Rollen.
Bei der Rolle "Öffentlich" erlaubst Du, dass andere
- Deinen Kanal-Stream (also die Beiträge, welche Du öffentlich teilst) und allgemein Deine Beiträge sehen können,
- Dein Standard-Profil sehen können,
- Deine Verbindungen sehen können,
- Deine Datei- und Bilderordner sehen können,
- die Webseiten Deines Kanals sehen können,
- die Wiki-Seiten Deines Kanals sehen können,
- Deine Beiträge kommentieren, liken oder disliken dürfen,
- Dir Direktnachrichten schicken dürfen,
- Deine Profile und Profilinhalte liken oder disliken dürfen und
- mit Dir chatten dürfen.
Diese rollenbasierten Regeln bilden recht gut die "normale" Nutzung eines Sozialen Netzwerks ab.
Die Rolle "Persönlich" ist ähnlich und verweigert nur einige Erlaubnisse der Rolle "Öffentlich". Sie erlaubt, dass andere
- Deinen Kanal-Stream (also die Beiträge, welche Du öffentlich teilst) und allgemein deine Beiträge sehen können,
- Dein Standard-Profil sehen können,
- ./.
- Deine Datei- und Bilderordner sehen können,
- die Webseiten Deines Kanals sehen können,
- die Wiki-Seiten Deines Kanals sehen können,
- ./.
- ./.
- ./.
- ./.
Mit diesem Profil ist die Interaktion durch andere Nutzer eingeschränkt, denn diese dürfen Ihre Beiträge nicht kommentieren, liken, disliken (letzteres auch nicht in Bezug auf Deine Profile/Profilinhalte). Sie dürfen Dir auch keine Direktnachrichten schicken oder mit Dir chatten.
Die Rolle "Benutzerdefiniert" erlaubt es Dir, sämtliche Berechtigungen einzeln festzulegen. Hier ist Vorsicht geboten, weil unpassende Regeln einen Kanal halbwegs "unbenutzbar" machen können.
Für die angedachte Nutzung als "typischer Social Network Account" empfiehlt sich die Wahl der Rolle "Öffentlich" oder "Persönlich".
Wenn Du Dich nun eher für die Rolle "persönlich" entscheiden würdest, aber trotzdem gerne weitergehende Interaktion mit bestimmten Nutzern (Freund, Familie, Kollegen, o.ä.) erlauben würdest, musst Du deshalb nicht auf die Rolle "Öffentlich" zurückgreifen.
Hubzilla funktioniert bei den Berechtigungen mit Whitelists (Erlaubnislisten). Die Kanalrolle legt also die grundsätzlichen Berechtigungen fest. Diese kannst Du nachträglich (abgesehen von der Festlegung von Zugriffsrechten im speziellen Einzelfall eines Inhalts) nicht mit anderen Mechanismen wieder entziehen.
Du kannst aber mittels verschiedener
Kontaktrollen die Whitelist um verschiedene Berechtigungen erweitern. So könntest Du z.B. eine Kontaktrolle "Familie" erstellen, in welcher - zusätzlich zu den Berechtigungen, welche die Rolle "Persönlich" einräumt - weitere Berechtigungen (z.B. das Kommentieren, Linke, Disliken und das Senden von Direktnachrichten) gewährt werden. Wenn Du nun in diesem Beispiel Deinen Kontakten, die Du als "Familie" definierst, diese Kontaktrolle zuordnest, können Deine Familienmitglieder - im Gegensatz zu allen anderen - Kommentare verfassen, den Daumen nach oben oder unten zeigen lassen und nicht-öffentlich (Direktnachricht) mit Dir kommunizieren.
Du kannst beliebig viele Kontaktrollen für die verschiedensten Zwecke und Kontakte anlegen und dort weitere Berechtigungen, zusätzlich zu denen der Kanalrolle, erteilen. Aber(!): Du kannst keine Berechtigung aus der Kanalrolle dort entziehen.
Es empfiehlt sich also, bei der Kanalrolle nicht zu großzügig zu sein und diese - je nach dem Nutzungszweck des Kanals - entsprechend auszuwählen.
Mit der Auswahl "Benutzerdefiniert" könntest Du z.B. eine noch restriktivere Kanalrolle als die "Persönlich" festlegen und dann für bestimmte Nutzer weitere Berechtigungen mit den Kontaktrollen festlegen (empfehlenswert erst, wenn Du mit dem Berechtigungssystem wirklich vertraut bist).
Ein weiterer Aspekt bezüglich der Privatsphäre sind die
Profil-Informationen. Für eine "typische" Nutzung als Social Network Account, sollten im Profil einige Informationen preisgegeben werden. Ansonsten werden andere Nutzer nicht auf die Idee kommen, sich mit Dir zu verbinden. Oder Du willst eine Verbindung zu einem anderen Nutzer herstellen, doch dieser lehnt dies ab, weil er keinerlei Informationen zu Dir hat (es sei denn, er kennt Dich und Deinen Kanalnamen). Einige Informationen sollten dort also hinein.
So viele wie nötig, so wenige wie möglich.
Genau nach diesem Prinzip solltest Du Dein Standard-Profil, über welches jeder Kanal verfügt, mit Informationen bestücken.
Hubzilla erlaubt es aber, mehrere Profile anzulegen. In solchen Profilen kannst Du dann weitergehende Informationen angeben, die für bestimmte Verbindungen interessant sein könnten. du hast dann die Möglichkeit, solche speziellen Profile für bestimmte Verbindungen freizugeben. Die Informationen tauchen also nicht für jeden sichtbar und öffentlich auf, sondern sie sind nur für die ausgewählten Nutzer verfügbar.