Noch 2022 sprach man davon, dass Deutschland wieder "verteidigungsfähig werden" müsse. Seit einigen Monden heißt es nun aber, Deutschland müsse wieder "kriegstüchtig werden".
Bin ich da kleinlich, wenn mich bei dieser Beobachtung das Gefühl beschleicht, die Ziele hätten sich irgendwie geändert? Sind "verteidigungsfähig" und "kriegstüchtig" tatsächlich auch inhaltlich synonym? Für mich klingt das, obwohl die Begriffe sprachwissenschaftlich tatsächlich als synonym eingeordnet werden, wie eine Änderung der Qualität.
Und weshalb jetzt plötzlich dieser beinahe komplette Wechsel der Vokabel? Ich habe dabei ein ungutes Gefühl. Weshalb spricht man nicht mehr davon, sich verteidigen zu können (was für das Opfer eines Angriffskrieges ja tatsächlich bedeutet, dass man Krieg führt) und stattdessen davon, dass man Krieg führen können muss? Und was würde Sigmund Freud dazu sagen?
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