Huch! Jetzt soll womöglich Menthol und alles andere an sogenannten "Cooling Agents" in Liquids verboten werden. Das kommt ja mal überraschend...

Huch! Jetzt soll womöglich Menthol und alles andere an sogenannten "Cooling Agents" in Liquids verboten werden. Das kommt ja mal überraschend. Und es würde dazu führen, dass viele Geschmacksrichtungen auch nicht mehr funktionieren, weil sie ohne diese Aromen nicht mehr richtig schmecken (das Zeug steckt nämlich in vielen Liquids drin, ohne dass man es merkt oder es sich im Vordergrund zeigt). Quasi ein Aromenverbot durch die Hintertür.
Ja klar! Ich prophezeie das nun schon lange Zeit. Irgendwann musste der erste Schritt zum Aromenverbot ja kommen. Mit haltlosen Argumenten wird das Verbot gefordert. Auf das BfR wird sich berufen, das herumschwurbelt und die Stoffe zur Bedrohung macht, obwohl sie dazu – laut eigener Angabe – gar nicht genügend Daten und Forschungsergebnisse haben, um das zu belegen.
Und wenn das durchgegangen ist, dann kann man diesen Quark auch generell für Aromen wagen. Mir wird zwar keiner glauben, aber ich bin sicher, auch das wird passieren. Und wenn es so gar keine wissenschaftlichen Gründe gibt, die auch nur ansatzweise glaubwürdig klingen, dann instrumentalisiert der Gesetzgeber halt wieder "die Kinderlein", die es vor der Verführung durch Erdbeergeschmack zu schützen gilt. Das kann für alles herhalten. Für Aromenverbote, für die Totalüberwachung der Kommunikation, für die Klarnamens- und Ausweispflicht zur Internetbenutzung... nur nicht für staatlich geförderte frühsexualisierung im Kindergarten... dafür taugt das Argument des Kinderleinschutzes halt nicht.
Jedenfalls sind – ich staune echt – jetzt einige aus dem Wachkoma aufgeschreckt. Plötzlich stellt man fest, dass das Dampfen jetzt mal so richtig in Gefahr ist (die früheren Salamischeiben hat man schlicht nicht wahrgenommen oder nicht wahrnehmen wollen). Und es bricht ein wenig Panik aus.
Tja und dann gibt es plötzlich(?)
diese Petition, die sich gegen das drohende Verbot richtet. Boah... na... dann mal schnell unterschreiben. Man MUSS doch was tun! Unbedingt. Wo isse? Bei Change.org. Na prima... solche Petitionen sieht man dort ja oft und die Plattform rühmt sich, dass mit ihren Petitionen schon so viel erreicht wurde.
Zack! "Unterzeichnet!" Und nun noch schnell Werbung für die Petition machen! Sollen ja viele... am besten ALLE... mitmachen!
So ein Engagement hätte ich mir vor einigen Jahren gewünscht. Zu Zeiten, als noch eine Chance bestand, mit einer starken Konsumentenlobby wenigstens noch irgendwas zu erreichen. Aber da herrschte das totale Phlegma vor. Oder es wurde argumentiert, dass Engagement ohnehin nichts bringen würde. Oder dass es auch gar nicht so schlimm kommen würde. Guten Morgen! Verpennt!
Aber jetzt, wo der Zug abgefahren ist und wir nur noch die roten Lichter sehen, entdecken ganz viele ihren Mut, etwas zu tun. Als "Gemeinschaft". Die Petition zu unterzeichnen ist immer noch besser, als würde man nichts tun. Man nutze seine Chance. Das bewirke mehr, als das Meckern in der Bubble. Man unterzeichnet aus Prinzip. Tja und immer noch besser, als sich in sein Schicksal zu ergeben... jawoll!
Vor fünf, sechs Jahren hatte man sich in sein Schicksal ergeben, aufgezeigte Verbotsgefahren als Schwarzmalerei verurteilt oder sich auf seinen Bunker zurückgezogen... und heut wird plötzlich unterschrieben. Weil... man muss ja mal was tun.
Ja, man muss was tun... bzw. hätte man was tun müssen, als es noch nicht zu spät war. Hat man aber nicht.
Ich habe dann mal verkündet, dass ich nicht unterzeichnet habe, weil wieder einmal die völlig falsche Plattform gewählt wurde. Nicht, weil es eh zu spät ist, sondern wirklich wegen der Plattform. Bei einer seriösen Plattform hätte ich ganz sicher unterzeichnet, wohl wissend, dass der Zug ohnehin bereits abgefahren ist. Aber MUSSTE es denn nun Change.org sein?
Ein totes Pferd sollte man nicht wieder aufsatteln und besteigen. Und Change.org ist komplett verbrannt. Aus informierten Quellen weiß ich, dass Petitionen, die auf dieser Plattform durchgeführt werden, von der Politik nicht einmal im Ansatz zur Kenntnis genommen werden. Und das auch aus gutem Grund. Die Unterschriften sind nämlich nichts wert. Das ganze Dingen ist eine Datensammel-Firma, die kostenlose Kampagnen erlaubt, um an Namen, Mail-Adressen und politische bzw. gesellschaftliche Einstellungen zu gelangen und gewinnbringend zu verkaufen. Deshalb ist Change.org auch
würdiger Preisträger des Big Brother Award 2016. Einfach mal die Begründung für die Preisverleihung nachlesen.
Viel schwerwiegender ist aber, dass auch Fake-Signaturen nicht einmal im Ansatz unterdrückt oder unterbunden werden. Es wird definitiv nicht darauf geachtet, wie viel Unterzeichnungen von einer IP kommen, es wird nicht auf die Plausibilität des Namens geachtet. Eine Unterschrift ist dort schlicht nichts wert, weil sie auch einfach nur frei erfunden sein kann. Zieht mal von den knapp über 16.000 Unterschriften derzeit VIER ab. Denn das sind Fake-Signaturen von mir. Zum Ausprobieren. Alle von derselben IP aus. Einmal ist es Havelock Vetinari mit einer Proton-Mailadresse. Den gibt es aber nicht auf der Erde, sondern nur auf der Scheibenwelt von Terry Pratchett. Er ist der Patrizier von Ankh Morpork.
Dann hat der Samuel (kurz Sam) Mumm unterzeichnet, der ein Startmail-Alias verwendet hat. Auch den jibbet nich hier, sondern nur auf der Scheibenwelt, wo er Kommandeur der Stadtwache ist.

Zwei weitere erfundene Akteure nenne ich jetzt nicht, damit jeder was zu Suchen hat. Einmal wurde eine andere Alias-Mail eines bekannten Browserherstellers verwenden und einmal sogar eine Wegwerf-Mailadresse eine bekannten Dienstes, der für solche Zwecke für kurze Zeit Mail-Empfang erlaubt.
Mit etwas Zeit und Fantasie kann man ein Skript erstellen, der das automatisiert... und hunderte Signaturen fälschen.
Und das wissen die Adressaten solcher "Petitionen" auch sehr wohl. Deshalb haben diese Petitionen auch keinerlei Wert.
Es gibt andere Portale, die das besser machen, obwohl auch da noch die Echtheit von Unterzeichnungen angezweifelt werden könnte. Aber die verkaufen Eure Daten wenigstens nicht. Für den deutschsprachigen Raum wäre da
OpenPetition geeigneter. Kann man nutzen, um ein Zeichen zu setzen. Der sauberste Weg ist das offizielle Petitionsportal des Bundes und der Länder, welches auch sicherstellt, dass hier keine Fakes durchrutschen.
Aber unterschreibt ruhig fleißig. Eure Daten werden für den Kommerz gebraucht und es bewirkt eh nichts. Hauptsache Ihr habt ein gutes Gefühl... und was der Pepe schreibt ist eh belanglos und nebensächlich. Wenn jemand anderes seine Zweifel anmelden würde, dann würde man vielleicht besser doch nicht unterschreiben.
Ich erinnere an eine Petition, die im
August 2017 gestartet wurde. Anlass war die drohende Mengenbegrenzung von Menthol in Liquids. Um das Gesetz nicht extra ändern zu müssen, sollte eine Mengenbegrenzung im Anhang zur Verordnung untergebracht werden. Und im Entwurf der Regierung stand was von 0.1 % maximal... weil irgendwelche Liquidhersteller gesagt hätten, damit kämen sie selbst gut hin. Erstellt wurde sie als "Zeichen-setzen-Petition" auf dem Petitionsportal OpenPetition von einem der damals noch existierenden drei Konsumentenverbänden. Und das nicht in der Kneipe auf einem Bierdeckel, sondern wohldurchdacht und ebenso formuliert. Vorher hatte besagter Verband Kontakt zu den anderen beiden Verbänden aufgenommen, was wie immer ignoriert wurde. Es wurde auch ein als "Papst Berhardus" bekannter unfehlbarer Dampf-Fürsprecher und Uni-Professor kontaktiert. Der aber wusste gar nicht, wer ihn da ohne Audienz belästigt und er hat auch nicht geantwortet. Kurz nach Start waren sich deutlich über hundert Unterzeichnungen da, als der Papst auf die Petition aufmerksam wurde und sie öffentlich zerriss und Dinger rausgehauen hat, wie "
so ziemlich die blödeste Aktion, die ich seit langem gesehen habe", "
Viel blöder argumentieren kann man nimmer.", "
Aus den genannten Gründen halte ich diese Petition nicht nur für zwecklos, sondern für potentiell gefährlich und kontraproduktiv.", "
Es ist übrigens wurscht, ob man die Petition unterschreibt oder nicht. Ihre Existenz ist auch ohne Unterschriften bedrohlich. Das ist eine klassische Missgeburt." Halt in seiner typisch unhöflichen Art, welche die mangelnde Kinderstube, die er wohl genossen hat, abermals deutlich zeigte. Und weil ihm der Großteil der Szene total hörig war, rissen die Unterzeichnungen auch unmittelbar nach seinen Beleidigungen ab,
sodass die Petenten die Petition beendet haben. Ein Glück für die Szene, dass er sich aus dem Bereich der Dampfer-Fürsprache inzwischen zurückgezogen hat.
Damals war es schon schwierig genug, die Szene vom Sinn zu überzeugen und dazu zu bringen, mitzuzeichnen. Später wurde es noch schwieriger. Und jetzt? Jetzt gibt es mit einem Mal Bewegung. Einige sind aufgewacht, aber ohne wach zu werden. Denn wer wirklich wach geworden wäre, der würde erkennen, dass es nun zu spät ist. Schade, aber leider die Realität.
Aber wer mag, soll ruhig unterschreiben. Was mich allerdings interessieren würde: WER steckt eigentlich dahinter? WER ist "Wir lieben Geschmack"? Darüber findet man auf der Petitionsseite nämlich mal so gar nichts.

Nicht einmal den Link auf ihre Kampagnen-Webseite. Dort nämlich wird
sichtbar, dass es sich um die Petition des VdeH handelt, über die ich mich vor ca. einem halben Jahr schon einmal
ausgelassen habe. Jedes verkackte Blog braucht ein Impressum. Aber eine Petition bei Change.org darf komplett pseudonym stattfinden, ohne dass es Konsequenzen hat. Na ja... doch eine Konsequenz hat es doch: Kein Politiker nimmt der Mist zur Kenntnis. Und keiner weiß, wer da der Petent ist, wenn er nicht von der Kampagnenseite kommt. Weshalb versteckt man sich auf Change.org hinter "Wir lieben Geschmack"? Weshalb nennt man nicht den Namen des Verbands? Hmmm... wird vielleicht ja Grüüünde haben.