Aus "kann" wird eine Tatsache
Gerade aktuell kann man wieder beobachten, wie eine verlogene Presse aus wissenschaftlichen Studien bzw. vagen Hinweise aus solchen Studien Panik zu verbreiten versucht (und damit auch wieder Erfolg haben wird)...
View article
View summary
Gerade aktuell kann man wieder beobachten, wie eine verlogene Presse aus wissenschaftlichen Studien bzw. vagen Hinweise aus solchen Studien Panik zu verbreiten versucht (und damit auch wieder Erfolg haben wird).
Worum geht es? Um eine Sau, die gerade wieder durchs Dorf getrieben wird: Die Studie "Electronic cigarette use after smoking cessation and lung cancer risk" aus Südkorea.
Liest man das Abstrakt der Studie, dann merkt man, dass die Verfasser selbst auch ganz schön täuschen und tricksen. Prominent und ganz am Anfang steht nämlich, dass ihre Ergebnisse auf der Betrachtung von viereinhalb Millionen Menschen beruhen. Das suggeriert eine mächtige Datenbasis und vermittelt den Eindruck, dass die Ergebnisse durchaus ernstzunehmen sein müssten... bei so vielen "Teilnehmern". Sie haben diese Menschen in drei Gruppen aufgeteilt... in aktuelle Raucher, Raucher, die erst kurzfristig das Rauchen aufgegeben haben und Raucher, die schon länger das Rauchen aufgegeben haben. So weit, so gut...
Dann, weil viereinhalb Millionen Teilnehmer noch nicht enorm genug klingen, kommen sie mit den Personenjahren um die Ecke: über 24 Millionen Personenjahre.
Wow! Das ist ja echt enorm! Und dabei ist nun bei knapp 36-tausend Teilnehmern Lungenkrebs diagnostiziert worden und fast 13-tausend sind an Lungenkrebs sogar gestorben.
Nun, was die können, kann ich auch. Während sie mit 'zig Millionen protzen, komme ich mal mit Bruchteilen um die Ecke: Bei 36-tausend der viereinhalb Millionen Teilnehmern wurde Lungenkrebs diagnostiziert. Das sind sage und schreibe NULL-KOMMA-ACHT (0.8) Prozent. Also weniger als einer von Hundert. Und gestorben sind 13-tausend von den viereinhalb Millionen. Damit kommen wir auf NULL-KOMMA-ZWEIACHT (0.28) Prozent.
Außerdem muss man noch den Betrachtungszeitraum beachten. Es geht da um sechs Jahre, also um den Ausschnitt von knapp sechs Jahren aus dem gesamten Leben von viereinhalb Millionen Menschen.
Und nun ist ihnen bei ihren Betrachtungen aufgefallen, dass bei denjenigen, die das Rauchen aufgegeben haben, aber fürderhin Pfrunzeln konsumierten, das Auftreten von Lungenkrebs ca. doppelt so oft zu verzeichnen war, als bei Abstinenten (lang- oder kurzfristig... wurde in einen Topf geworfen), die nicht mit dem Dampfen weitergemacht haben.
Ihr Fazit ist, dass "eine Kausalität nicht festgestellt werden kann" (also eine Kausalität zwischen dem Pfrunzeln nach Rauchstopp und dem Auftreten von Lungenkrebs).
Damit wäre dann eigentlich klar: Es gibt keinerlei wissenschaftlichen Nachweis, dass Dampfen nach einem Rauchstopp das Lungenkrebsrisiko signifikant erhöht, oder gar verdoppelt.
Sie hängen dann aber noch dran, dass in ihren Augen die Ergebnisse darauf hinweisen, "dass der Konsum von E-Zigaretten nach der Raucherentwöhnung die positiven Auswirkungen einer vollständigen Entwöhnung auf die Lungenkrebsprävention abschwächen könnte."
Although causality cannot be established, these findings suggest that e-cigarette use after smoking cessation may attenuate the benefits of complete cessation for lung cancer prevention.
Also... eigentlich haben sie nichts, aber dieses "Nichts" könnte womöglich auf irgendwas "hinweisen".
Das ist die Quintessenz der Studie.
Und jetzt: Wie die Presse – mit Unterstützung prominenter ANTZ, z.B. der berüchtigte Hanewinkel aus Kiel – aus diesem Nicht-Ergebnis Tatsachen macht.
Headlines zu dem Thema gefällig?
Nach Rauchstopp – E-Zigaretten verdoppeln Lungenkrebsrisiko
E-Zigaretten als sanfte Rauchstopp-Strategie? Studie weist Risiken nach
Rauchentwöhnung: Auch E-Zigaretten fördern Lungenkrebs
NICHTS, absolut NICHTS von dem, was in diesen Artikelüberschriften steht, geht aus der Studie hervor. Da wurde NICHTS NACHGEWIESEN, es wurde NICHT FESTGESTELLT, dass Dampfen das Lungenkrebsrisiko VERDOPPELT und schon gar nicht, dass das Pfrunzeln LUNGENKREBS FÖRDERT!
Wohl wissen, dass die meisten Menschen heutzutage eh nur noch die Überschriften und womöglich die kurze Zusammenfassung am Anfang lesen, konnten sie also mal wieder richtig über das Dampfen LÜGEN. In den meisten Artikeln schreiben sie dann, um nicht presserechtlich gerügt werden zu können, welche Schwächen diese Studie hat:
Die Statistikerin Francesca Pesola von der Queen Mary University of London verweist darauf, dass die Berechnung zu den Risiken trotz der Analyse von 4,5 Mio. Personen auf geringen Fallzahlen beruhe und deshalb auf wackligen Füßen stehe. Tatsächlich sind erst 55 ehemalige Raucher, die auf E-Zigaretten gewechselt sind, an Lungenkrebs erkrankt und 14 daran gestorben.
So... das ist doch mal ein Ding, oder? Hier, so, von wegen 36.000 Lungenkrebsfällen und 13.000 Lungenkrebstoten. Das bezieht sich auf ALLE Teilnehmer, also auch auf die aktuellen Raucher (kein Wunder). Von diesen 36-tausend Erkrankten waren dann auch voll fett 55 Dampfer und von den 13-tausend Toten sage und schreibe 14, die Pfrunzeln konsumierten. Jetzt nochmal Prozente (selbstverständlich korrekt bezogen auf die viereinhalb Millionen Teilnehmer): 0.0012 % der Teilnehmer, die dampften, sind erkrankt und 0.00031 % der pfrunzelnden Teilnehmer sind an Lungenkrebs gestorben. Und das ist jetzt ein Risiko? Euer Ernst?
Harry Tattan-Birch vom University College London: Die Risiken seien in der Studie erst nach statistischen Anpassungen aufgetreten, die möglicherweise nicht angemessen seien.
Ach so, selbst bei der Studie wurde noch getrickst... na ja... das ist die Sache mit den Glauben an Statistiken, die man selbst gefälscht hat.
Ute Mons - DKFZ: Wie hoch das Risiko am Ende sei, lasse sich aufgrund des kurzen Beobachtungszeitraums von maximal 6 Jahren allerdings noch nicht abschätzen.
„Gerade für den Endpunkt Lungenkrebs, der sich typischerweise über Jahrzehnte entwickelt, ist dies sehr kurz“, führte Mons aus. Zwar sei bekannt, dass das Lungenkrebsrisiko bereits innerhalb von 5 Jahren nach einem Rauchstopp um etwa 10 bis 20 % sinke, größere Risikoreduktionen seien jedoch erst nach längerer Abstinenz zu erwarten.
Und selbst die Ute, die nun nicht als Verfechterin der THR und des Pfrunzelns gilt, relativiert die Studie aufgrund des extrem kurzen Zeitraums.
Aber immerhin... Eine Erkenntnis konnten wir aus der Affäre gewinnen: WIR WISSEN JETZT; WIE LANG EINE LANGZEITSTUDIE IST!
Denn das "Qualitätsmedium" AD HOC NEWS titelt:
Langzeitstudie belegt: Umstieg auf E-Zigaretten erhöht Lungenkrebsrisiko bei Ex-Rauchern um das 1,5-Fache.
Und schreibt im Artikel gleich nochmal:
Eine Langzeitstudie aus Südkorea zeigt: Ex-Raucher, die auf Nikotindampf setzen, haben ein 1,5-fach höheres Lungenkrebsrisiko als komplett abstinente Personen. Das Sterberisiko durch Lungenkrebs liegt sogar doppelt so hoch.
Was bleibt, außer der Erkenntnis, wie lange denn nun eine Langzeitstudie dauert (nämlich sechs Jahre... knapp)?
Wir wissen jetzt, dass es keinen Nachweis dafür gibt, dass das Dampfen das Lungenkrebsrisiko erhöht. Und alle anderen da draußen wissen, dass das Dampfen das Lungenkrebsrisiko um den Faktor 1,5 erhöht.
Diese Gewissheit wird in den Köpfen zur Wahrheit, denn es stand ja "in der Zeitung". Und wir können NICHTS dagegen tun, denn uns glaubt eh keiner... und das eigene Gehirn benutzen will auch keiner mehr, es gibt ja "KI".
"A lie can travel half way round the world while the truth is putting on its shoes." [Mark Twain]
Conversation Features
Loading...
Loading...
Login
Powered by Hubzilla - the Social Networking CMS